Homologien vs. Analogien

Warum ist es eigentlich so wichtig herauszufinden, ob es sich bei biologischen Strukturen an Organismen um Homologien oder Analogien handelt?

Der Gründe für diesen Aufwand liegen in der Artbestimmung sowie in der Rekonstruktion der Evolution. Trotz der modernen, molekularbiologischen Untersuchungsmethoden à la DNA-Frequenzanalyse und Co. ist die vergleichende Anatomie immer noch ein wesentlicher Eckpfeiler der Evolutionsbiologie.

Zwei homologe Strukturen weisen bei ähnlichem/gleichem Grundbauplan eine unterschiedliche Funktion auf.

Hierfür gibt es sogenannte Homologiekriterien, die eindeutig auf Homologie hinweisen:

– Kriterium der Lage

Die betrachteten Strukturen liegen im selben Gefügesystem, z.B. ein untersuchter Knochen schließt an das selbe Gelenk an in beiden untersuchten Organismen.

– Kriterium der spezifischen Qualität

Es liegen übereinstimmende Einzelheiten vor. Zugegeben, diese Definiton ist etwas schwammig, hier ein Beispiel, welches das Kriterium erfüllt: Haischuppen und Säugetierzähne (beide aus Dentin, innen hohl, etc.)

– Kriterium der Stetigkeit (=Kontinuität)

Hier existieren Übergangsformen, aufgrund dieser lassen sich zwei Strukturen in Verbindung bringen (Bsp.: Zungenbeinbogen der Haie – Gehörknöchelchen der Säugetiere)

Analogie liegt vor, wenn zwei Strukturen zwar ein ähnliche Funktion besitzen, allerdings keinen gemeinsamen Grundbauplan besitzen. Sie sind somit ein Resultat der Anpassung an gleiche Umweltbedingungen.

Erfolgt eine solche Entwicklung auch noch unabhängig voneinander, so spricht man von Konvergenz.

Ein einleuchtendes Beispiel für diesen Punkt stellen die Grabbeine von Maulwurf und Maulwurfsgrille dar. Beider erfüllen die gleiche Funktion (das Graben), haben dabei allerdings einen völlig unterschiedlichen Grundplan (Maulwurf mit Knochen und somit Innenskelett, Grille mit Chitinpanzer und somit Außenskelett).

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