Sehen – Sehvorgang

Durchläuft ein Lichtstrahl die Linse des Auges, trifft er anschließend in gebündelter Form auf die Netzhaut. Diese enthält als Photorezeptoren zwei Arten von Sinneszellen: Stäbchen und Zapfen.

Stäbchen sind zahlenmäßig den Zapfen deutlich überlegen, desweiteren sind sie äußerst lichtempfindlich und lediglich das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich.

Die Zapfen werden erst bei stärkerem Lichteinfall aktiv und sorgen für das Farbensehen.

Somit ist an dem Spruch “Nachts sind alle Katzen grau.” durchaus etwas wahres dran.

Der Sehvorgang läuft nun folgendermaßen ab:

Der Sehpurpur (=Rhodopsin) in den Stäbchen zerfällt unter Lichtabsorption in seine Spaltprodukte Opsin und Retinal. Durch diese lichtgesteuerte Reaktion entstehen elektrische Impulse, die über den Sehnerv an das Gehirn weiter geleitet werden. Je mehr Rhodopsin in kurzer Zeit zerfällt, desto heller erscheint ein Gegenstand.

Natürlich werden mit der Zeit die Rhodopsinmoleküle wieder aufgebaut, wobei besonders Vitamin A erforderlich ist.

Dieser Prozess des Rhodopsinaufbaus lässt sich leicht nachvollziehen, in dem man kurz in eine Lampe schaut und anschließend die Augen schließt. Anfangs erscheint bei geschlossenen Augen nach wie vor noch ein heller Punkt, der langsam dunkler wird. Nach einigen Sekunden ist alles schwarz, dann ist der Sehpurpur wieder vollkommen hergestellt. ACHTUNG: Bitte niemals direkt in die hochstehende Sonne oder in sehr starke Lampen sehen!

Das farbige Sehen wird gemäß der Dreikomponententheorie durch drei Zapfenarten ermöglicht. So gibt es Zapfen, die bei rot, blau oder grün aktiviert werden (genau genommen bei der dazugehörigen Wellenlänge des einfallenden Lichts). Durch Mischung, also mehr oder weniger stark angeregte Zapfen, entsteht ein bunter Farbeindruck.